Positive Bestärkungen für Angstzustände


✨Ich bin friedlich. Ich werde geliebt. Ich bin glücklich.✨

Das sind Beispiele für Bestärkungen. Schließe für ein paar Minuten dein Augen und wiederhole diese Sätze immer wieder. Was gibt dir das für ein Gefühl? Vielleicht fühlst du dich optimistisch und leicht. Vielleicht spürst du Ruhe, inneren Frieden. Vielleicht fühlst du dich wohl. Bestärkungen können wertvolle Werkzeuge für Menschen mit Angststörungen sein, die gegen Scham, geringen Selbstwert, Angstgefühle und weitere negative Gefühle helfen.

Die Wissenschaft von Ängsten und Stress

Angst und Stress sind durchaus ein wichtiger Teil unseres Lebens, die in der Kampf- oder Fluchtreaktion des Sympathikus begründet sind.

Seit Beginn der Menschheit kommt es zu dieser chemischen Reaktion auf die Wahrnehmung von Gefahren, bei der der Körper Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausschüttet und ihn damit für den Kampf oder die Flucht vor einem Aggressor präpariert.

Diese Stoffe erhöhen die Wachsamkeit und die Geschwindigkeit, während die Reaktionszeit verringert wird. Zudem erhöht sich der Puls, damit die Gliedmaßen mit genug Sauerstoff versorgt werden, damit man schneller laufen und kraftvoller zuschlagen kann.

Obwohl das Umfeld des Menschen deutlich sicherer geworden ist und man weniger von Tieren ausgehende Gefahren zu befürchten hat, ist diese körperliche Stressreaktion weiterhin vorhanden und wird ausgelöst, wenn unsere emotionale, körperliche oder finanzielle Sicherheit bedroht wird.

Heutzutage sind präsente Ängste der Verlust der Arbeitsstelle, ein Verkehrsunfall oder das Blamieren bei einem Auftritt vor einem Publikum.

Manche Menschen haben mit sozialen Ängsten zu kämpfen. Diese spezielle Form der Angst wird durch soziale Situationen ausgelöst, wie zum Beispiel ein Gespräch mit einer fremden Person, das Sprechen in der Öffentlichkeit, Blickkontakt, der Besuch einer Party, eine Verabredung, der Gang zur Schule oder Arbeit, die Verwendung öffentlicher Toiletten oder das Betreten voller Räume. Im Kern liegen dabei die Ängste, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, bloßgestellt oder bewertet zu werden.

Die körperlichen Symptome dieser Angst sind ein erhöhter Puls, Schwindel, Durchfall, Kurzatmigkeit, angespannte Muskeln und Verdauungsprobleme.

Kein Mensch ist vollständig frei von Ängsten, doch die Menschen, die Ängste in hohem Maße erleben, kennen die lähmende Wirkung. Die als Stresshormone bekannten Stoffe Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin werden in Momenten der Angst ausgeschüttet und sollen das Überleben von kurzfristigen Gefahren sichern. Wenn sie regelmäßig über einen langen Zeitraum produziert werden, kann das der Gesundheit schaden, da die Herstellung anderer Chemikalien wie Melatonin, Dopamin und Serotonin gehemmt wird, die für das innere Wohlbefinden, einen gesunden Schlaf und eine gesunde Sättigung verantwortlich sind.

Ein optimaler körperlicher und mentaler Zustand kann nur erreicht werden, wenn diese Chemikalien in einem gesunden Gleichgewicht sind. Wenn der Körper mit Stresshormonen überladen wird, kann das die Immunabwehr schädigen, was die Empfindlichkeit für körperliche Krankheiten und emotionale Instabilität erhöht.

Bestärkungen zur Kontrolle von Ängsten

Was kann man nun also tun, um Herr über die eigenen Ängste zu werden und sich zu beruhigen? Bestärkungen haben sich als starkes Mittel gegen Angstzustände entpuppt.

Louise Hay benutzte positive Bestärkungen, um sich selbst von körperlichen Krankheiten und emotionalen Traumata zu kurieren. Sie ist eine Vorreiterin des positiven Selbstgesprächs durch Bestärkungen und veröffentlichte 1984 den internationalen Bestseller “You Can Heal Your Life”. Hay erfuhr häusliche Gewalt und sah sich 1970 mit der Diagnose irreversibler Gebärmutterhalskrebs konfrontiert. Sie begann im Zuge dessen, nach alternativen Behandlungen zu suchen. Hays Kampf gegen den Krebs war von Erfolg gekrönt. Sie starb erst 2017 im Alter von 90 Jahren. Ihre Arbeit war zur damaligen Zeit revolutionär. Heutzutage werden regelmäßig wissenschaftliche Studien durchgeführt, die belegen, dass positive Bestärkungen den Körper und das Gehirn positiv beeinflussen, indem sie Ängste reduzieren.

Was sind positive Verstärkungen und wie können sie eingesetzt werden?

Bestärkungen sind positive Selbstgespräche. Bei MRT-Scans konnte festgestellt werden, dass sie die neuronalen Bahnen im ventromedialen präfrontalen Kortex erhöhen, dem Areal im Kopf, der für Selbstwahrnehmung und moralische Werte verantwortlich ist. Nüchtern betrachtet sind Bestärkungen ein Mittel, das man gebrauchen kann, um negative Denkmuster umzukehren und durch positive zu ersetzen.

Normalerweise sucht man sich eine oder mehrere Eigenschaften an sich, die man schätzt und pflegen will, und hebt diese mit positiven Beschreibungen hervor. Vermeide verneinende Aussagen. Statt “Ich spüre keine Angst” solltest du lieber “Ich fühle mich stark” sagen.

Es ist jedem selbst überlassen, wie oft er sich diese Bestärkungen sagt, doch man kann den Nutzen optimieren, wenn man sie täglich anwendet.

Hier sind einige Tipps und Techniken, die du bei den Bestärkungen berücksichtigen kannst, um deine Ängste möglich effektiv zu bekämpfen:

  • Schreibe eine Liste mit Bestärkungen, die du jeden Morgen als erste Handlung des Tages für 15 Minuten wiederholst.
  • Mache beim Aussprechen der Bestärkungen eine Aufnahme von dir, die du immer abspielen kannst, wenn du das Gefühl hast, dass du Unterstützung brauchst-
  • Wiederhole jeden Abend, bevor du ins Bett gehst, deine Liste mit Bestärkungen.
  • Schreibe jeden Morgen und Abend ein paar Bestärkungen auf.
  • Wende die Bestärkungen in Situationen an, in denen du dich unsicher fühlst, z. B. vor einem Termin oder einer Präsentation.
  • Sage die Bestärkungen laut auf.
  • Sage die Bestärkungen auch immer wieder in Gedanken auf.

Deine Bestärkungen und deine damit verbundenen Routinen sind etwas ganz Privates und nur für dich. 

Du kannst ganz frei mit den oben genannten Empfehlungen rumprobieren und daraus – auch mit eigenen Ideen – deine eigene Methode entwickeln.

Vorteile der Bestärkungen

  • Du kannst dein inneres Wohlbefinden, deinen Selbstwert und deine Gefühle der Dankbarkeit, Sicherheit und deine Fähigkeit zu vertrauen verbessern.
  • Du kannst deine Sinne für Gedankenstrukturen schärfen, sodass du negative Denkmuster leichter erkennen und eliminieren kannst. 
  • Deine Konzentrationsfähigkeit verbessert sich, sodass du wichtige Aufgaben besser erledigen kannst.
  • Man kann auf beängstigende Situationen mit positiven Gedanken, statt mit Stress und Sorge reagieren. 
  • Man lernt, in Stresssituationen entspannt zu bleiben und stattdessen zuversichtlich an Besserung zu glauben.
  • Es fällt dir leichter, eine positive Stimmung zu halten.
  • Du bekommst einen Blick dafür, wie du sein und werden willst.
  • Du kannst leichter positive Beziehungen führen
  • Du fühlst dich schneller in deinem Umfeld wohl. 

Beispiele für Bestärkungen bei Ängsten

Nachdem zuvor erklärt wurde, warum es wichtig ist, Ängste abzulegen und welchen Beitrag positive Bestärkungen dafür leisten können, kommen jetzt die wirksamsten Bestärkungen gegen Ängste. 

Du kannst selbst entscheiden, welche davon du selbst verwenden möchtest. Du kannst dich jeden Morgen oder an einem anderen Zeitpunkt des Tages bestärken. Wende sie auch in konkreten Situationen, in denen du Angst hast, an:

1. Hier und jetzt bin ich sicher.

2. Ich bin liebenswert.

3. Ich selbst bin Herr über meine Gefühle.

4. Ich kann das!

5. Ich liebe mich selbst.

6. Ich bin entspannt.

7. Ich bestimme, was in meinem Leben passiert.

8. Ich verdiene Frieden.

9. Ich bin stark genug, um meine Ängste zu besiegen.

10. Ich darf glücklich sein.

11. Ich bin selbstbewusst.

12. Alles wird gut.

13. Es ist mein Leben.

14. Es gibt nichts, was mir Angst einflößen könnte.

15. Es gibt Menschen, die mich lieben und zu mir halten.

16. Diese Situation geht vorbei.

17. Ich verfüge über alle Unterstützung, die ich brauche.

18. Wenn ich das will, bin ich entspannt.

19. Bald wird es mir besser gehen.

20. Ich bin mutig.

21. Ich bin dafür gewappnet.

22. Ich bin zuversichtlich.

23. Ich habe Talent.

24. Ich bin schlau.

25. Es gibt keine Angst, die mich bedrückt.

26. Ich bin vollkommen.

27. Ich bin mit mir selbst im Reinen.

28. Ich habe Macht über meine Emotionen.

29. Ich habe viele Fähigkeiten.

30. Ich werde heil aus dieser Lage kommen.

31. Ich schaffe das!

32. Ich verdiene Erfolg. 

33. Ich kann jedes meiner Ziele erreichen.

34. Ich kann ein Leben nach meinen Wünschen verwirklichen.

35. Nichts kann mir wehtun. 

36. Ich bin stark.

Die Wahl der richtigen Bestärkung

Es haben zwar alle Bestärkungen gemeinsam, dass sie eine positive Stimmung vermitteln, doch nicht alle haben den gleichen Effekt wie bei der Linderung sozialer oder anderer Ängste.

Ihre größte Stärke entfalten sie, wenn sie zu dem Charakter und den Grundüberzeugungen einer Person passen. Wenn du dich für Bestärkungen entscheidest, die dein Inneres nicht erreichen, können sie ihre volle Wirkung nicht erzielen.

Versuche zu verstehen, welcher Art deine negativen Gefühle sind, wenn du Angst hast. Bilde daraus eine Bestärkung, die sich direkt an diese Gefühle richtet. Wenn du beispielsweise soziale Ängste hast und vor dem Besuch einer Feier von dem Gefühl geplagt wirst, dass dich niemand mögen wird, solltest du Bestärkungen in dem Stil “Es gibt viele Gründe, mich zu mögen” oder “Ich habe Freunde, die mich lieben” versuchen.

Zusammenfassung

In einer gewissen Dosis gehört Stress und Angst zum Leben, doch wenn es die Überhand gewinnt, können Ängste und soziale Phobien die körperliche und emotionale Gesundheit gefährden.

Es ist belegt, dass positive Bestärkungen diese negativen Entwicklungen verhindern können. Durch sie bilden sich Bahnen im Gehirn, die positive Gedanken und Einstellungen unterstützen, wovon die allgemeine Gesundheit profitiert und das psychische Wohlbefinden geschützt oder wiederhergestellt wird.

Wenn du beginnst, positive Bestärkungen zu praktizieren, solltest du Sätze auswählen, die zu deinen tiefsten Einstellungen und Überzeugungen passen, damit Ängste optimal bekämpft werden können.

Danke fürs Lesen und bleib gesund!

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