Was sind die wichtigsten Werte im Leben?

Welche Werte sind für ein gutes Leben entscheidend? Wofür willst du einstehen? Wir haben 29 für dich.

Welche Eigenschaften bewunderst du bei anderen und möchtest sie selbst verkörpern? Und inwiefern verdeutlichen diese Eigenschaften deine Grundüberzeugungen? Sobald du die wichtigsten Werte für dein Leben erkannt hast, werden sie maßgeblich für deine Charakterentwicklung und für deine Entscheidungen sein. Sie werden dich dahin leiten, wo du hin möchtest.

Wenn dir Mut besonders wichtig ist, wirst du dich immer wieder neuen Herausforderungen stellen, um beispielsweise deinen Versagensängsten trotzen zu können.

Wenn Vergebung für dich sehr wichtig ist, wirst du das Bedürfnis verspüren, Zeit mit einer Person zu verbringen, die dir früher sehr nahe stand, die dann aber deine Gefühle verletzt hat.

Was aber bringt es einem, die eigenen Werte herauszufinden, und wie leisten sie einen Beitrag zum eigenen Glück? Um diese Frage zu beantworten, untersuchen wir in diesem Beitrag 29 zentrale Werte und zeigen, wie sie jeden Lebensbereich beeinflussen können.

Doch einleitend sollte geklärt werden, was Werte überhaupt sind.


Was sind Werte?

Die zentrale Frage, um deine Werte zu ergründen, bezieht sich auf die Prioritäten, die du für das Leben, das du führen willst, hast. Du bestimmst diese und bildest so den Charakter, den du dir wünschst, wenn du diesen Werten konsequent folgst.

Deine Grundüberzeugungen sagen dir, was ein gutes Leben für dich ausmacht. Durch sie weißt du auch, welches Verhalten du vor anderen an den Tag legen willst (besonders vor deinen Kindern, falls du welche hast).

Diese Maxime leitet deine Handlungen und Entscheidungen, sie prägt die Themen, die im Zentrum deines Lebens stehen, basierend auf dem Menschen, der du sein willst.

In der Regel werden viele Lebenswerte durch die Erziehung und die gesellschaftliche Erwartungshaltung geprägt. Der wichtige Prozess ist hier, zu erkennen, welche Werte besonders wichtig für dich sind und welche Werte du eher hinten anstellt. Nicht alles, was dir mit auf dem Weg mitgegeben wurde, muss deinem Selbstkonzept entsprechen.


Warum ist es wichtig, Werte in seinem Leben zu haben?

Durch eine Kombination aus Werten kann man seinen eigenen Leitfaden bilden, einen moralischen Kompass, der die Entscheidungsfindung beschleunigt und das Selbstvertrauen stärkt.

Der Ausdruck dieser Werte führt Menschen zusammen, die gemeinsam der Verwirklichung nachgehen. 

Wenn man seine Grundwerte erkennt und versteht, bieten diese eine Größe, an der sich Entscheidungen und Handlungen messen lassen können. Es wird dir deine Ziele klar vor Augen führen und somit sinnstiftend sein, es wird dein Selbstvertrauen stärken und dich vor Zweifeln schützen. Ohne sie hast du nur wenig Kontrolle und musst immer wieder neu auf Situationen reagieren.

Du kannst jeden der Werte, die in diesem Artikel genannt werden, nehmen, um ein Credo zu erstellen, das dich Tag für Tag antreibt, bis es zu deiner zweiten Natur wird.


Die 29 wichtigsten Lebenswerte

1. Freundlichkeit

Freundlichkeit bedeutet, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Dabei geht es nicht nur darum, kurz zu schweigen, wenn man das Bedürfnis verspürt, etwas zu sagen, das unfreundlich sein könnte. Wenn man freundlich ist, versucht man andere zu unterstützen und zu stärken. Dabei hat man ein gutes Gefühl und macht sich klar, dass Freundlichkeit weder klein noch unsichtbar ist.

Mitgefühl und Freundlichkeit liegen eng beieinander. Mitgefühl bedeutet die Kompetenz, sich in die Lage einer anderen Person hineinzuversetzen. Die Perspektive der anderen Person wird eingenommen und verschiedene Faktoren werden berücksichtigt. Durch Mitgefühl ist es oft leichter, mit Freundlichkeit statt mit Wut zu reagieren.

Durch beides zeigt sich Respekt und Verbundenheit zu anderen Lebewesen. Wenn man der Außenwelt mit Freundlichkeit und Mitgefühl begegnet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man ebendas auch erntet.

Ebenfalls wichtig ist es, sich selbst mit Freundlichkeit zu begegnen. Es bildet die Basis für Selbstfürsorge. Sei zu dir so freundlich, wie du es dir von anderen wünschen würdest.

Nimm dir täglich ein wenig Zeit für Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Wenn du zu dir selbst freundlich bist, wird es dir automatisch leichter fallen, zu anderen auch nett zu sein.

Maxime der Freundlichkeit: “Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden will – mit Respekt, Geduld und Achtsamkeit.”

2. Mut

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern dass man Dinge, die man als wichtig erachtet, tut, obwohl man sich davor fürchtet.

Möglicherweise meidest du eine Entschuldigung, weil du Angst vor der Reaktion hast. Wenn du aber glaubst, dass es das Richtige ist, wird dir dein Mut helfen, dich trotzdem zu entschuldigen, um der Person, der du ein Unrecht getan hast, deinen Respekt zu zollen. Es bleibt bei der anderen Person, die Entschuldigung abzulehnen oder anzunehmen.

Mut bedeutet, sich ein Stück weit aus seiner Komfortzone herauszuwagen. Wenn man sich vor nichts fürchtet, braucht man keinen Mut, doch wenn dich etwas quält, weil du es tun musst, dann wird dich der Mut dazu bringen, es trotz aller Widrigkeiten durchzuziehen.

Maxime des Mutes: “Ich tue, was getan werden muss, auch wenn ich mich davor fürchte.”

3. Geduld

Wenn dir jemand deine Zeit raubt, obwohl du es eilig hat oder jemand dich in anderer Weise ärgert oder ablenkt, kannst du versuchen, geduldig zu bleiben, indem du versuchst, die Situation aus der Perspektive der anderen Person zu sehen. Somit kannst du ihr dennoch mit Respekt und Freundlichkeit begegnen.

Niemand möchte wie eine nervige Ablenkung behandelt werden. Manchmal muss man seine Prioritäten wechseln, um Platz für etwas Wichtigeres zu schaffen.

Maxime der Geduld: “Egal, wie es mir gerade geht, wenn mir jemand in die Quere kommt, entgegne ich dieser Person mit der gleichen Geduld, die ich mir wünsche, wenn ich mal jemanden unterbrechen oder aufhalten muss.”

4. Vergebung

Im Zentrum der Vergebung steht, sich von Wut und Ärger gegenüber einer Person, die einen verletzt hat, zu verabschieden.

Das bedeutet nicht, dass man die Handlungen dieser Person automatisch revidiert oder marginalisiert. Man hält fest, dass die Handlungen der Person verletzend waren, doch man entscheidet sich, zu verzeihen, statt weiterhin sauer zu sein.

Wenn man jemandem vergibt, erhält man seine Macht und seinen Frieden zurück, egal, ob das Gegenüber seine Taten bereut oder nicht.

Jeder Mensch kann andere mit Worten und Taten verletzen. Jeder Mensch kann aber anderen vergeben, nur hat nicht jeder ein solches Verhalten geschult.

Die Kompetenz, anderen zu vergeben, schult man, indem man mehr vergibt. Schreibe nach dem Aufstehen eine Liste von Menschen, denen du vergibst, was du ihnen vergibst und was du an ihnen schätzt.

Maxime der Vergebung: “Ich verzeihe den Menschen, die mich verletzt haben, weil ich mir bewusst bin, dass auch ich anderen unrecht getan habe. Ich möchte mich von diesem Groll befreien. Ich wähle den Weg der Freiheit und wünsche mir das Wohl derer, die mich verletzt haben.”

5. Dankbarkeit / Wertschätzung

Wenn Dankbarkeit für dich von großer Bedeutung ist, dann nimm dir jeden Tag Zeit dafür. Es ist dir wichtig dankbar zu sein und das in deinen Gedanken, Worten und Handlungen auszudrücken.

Du kannst als Routine jeden Tag eine Liste mit Dingen schreiben, für die du dankbar bist. Achtsamkeit zu trainieren wird für dich wichtig werden, sobald du erkannt hast, dass Emotionen von großer Bedeutung für das volle Erleben von Dankbarkeit sind.

Im Zuge dessen ist es wichtig, anderen Wertschätzung für ihre Worten und Taten entgegenzubringen. Denn auch du genießt es sicherlich, wenn andere dir Respekt für gut gemachte Arbeit, Unterstützung oder ein aufmerksames Geschenk zollen.

Man geht viel zu oft davon aus, dass andere ohnehin schon wissen, was sie einem bedeuten. Verlasse dich nicht nur auf diese Annahme, sondern mache deine Wertschätzung deutlich.

Maxime der Dankbarkeit: “Zu jeder Tageszeit bin ich dankbar für die guten Dinge in meinem Leben. Ich stelle sicher, dass jede:r, der/die mich unterstützt, meine Wertschätzung empfängt.”

6. Integrität

Integrität ist dann gegeben, wenn man konsequent gemäß der eigenen Überzeugungen handelt und spricht.

Im Umkehrschluss ist man nicht integer, wenn man etwas sagt, aber das Gegenteil tut. In extremen Fällen könnten einen Zeugen der Widersprüche als Heuchler bezeichnen.

Besonders bei Feinheiten ist man sich eines Missverhältnisses vielleicht nicht immer bewusst, doch es wird sich ein leichtes und je nach Widersprüchen wachsendes Unbehagen einstellen.

Es fühlt sich schlichtweg nicht richtig an. Letztlich liegt es an dir, zu entscheiden, ob du deine Überzeugungen oder dein Handeln verändern willst.

Maxime der Integrität: “Meine Überzeugungen manifestieren sich in meinen Aussagen und Handlungen.”

7. Wachstum

Menschen, die sich auf Wachstum konzentrieren, suchen nach Gelegenheiten als Mensch zu wachsen und anderen bei diesem Prozess zu helfen.

Sie nehmen sich Zeit, ihre Werte und Grundüberzeugungen zu bestimmen, um diesen Folge zu leisten und somit zu der Person zu werden, die sie sein wollen.

Wachstum ist weniger ein Ziel, sondern mehr ein Werdegang, den man auskosten will. Man möchte anderen Menschen helfen, ihren Prozess genauso zu genießen.

Möglicherweise reizen dich Coachings oder Wachstum in Gruppen, bei dem sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen. Du wirst dabei erkennen, dass von Herzen kommendes Teamwork eine wesentliche Bereicherung sein kann. Es wird leichter sein, Wachstum Dingen wie Bequemlichkeit und Sicherheit vorzuziehen.

Das Wachstum kann zwar hin und wieder dafür sorgen, dass sich die Arbeit oder das Privatleben auf den Kopf stellt, doch je mehr du dich um dein Wachstum und das deiner Nächsten sorgst, desto sicherer wirst du durch wilde Gewässer navigieren.

Maxime des Wachstums: “Ich wachse jeden Tag, bis ich die Person bin, die ich sein will.”

8. Zuhören

Wenn aktives Zuhören von hoher Bedeutung für dich ist, liebst du den Input anderer Menschen und steckst Zeit und Mühe in das Verstehen einer neuen Perspektive.

Es wird dir also ein Bedürfnis zu sein, mit voller Aufmerksamkeit den Worten deines/deiner Gesprächspartner:in zuzuhören und wohlüberlegte Antworten zu geben.

Früher haben dich solche Situationen vielleicht nervös und unsicher gemacht, da du dich davor gefürchtet hast, deine Überzeugungen gegen einen unliebsamen Standpunkt verteidigen zu müssen. Mittlerweile hast du aber gelernt, erstmal offen und wertneutral zuzuhören, statt dich gleich vor einer unangenehmen Situation zu fürchten.

Du machst dir bewusst, dass du nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen hast und es zu jedem Thema unterschiedliche Perspektiven gibt, weshalb du auch so gerne zuhörst. Deine Körpersprache und deine Rückmeldung zeigt anderen, dass du aufmerksam und interessiert bist.

Maxime des Zuhörens: “Ich höre anderen mit voller Aufmerksamkeit zu, um von ihnen zu lernen und meinen Horizont zu erweitern.”

9. Respekt

Wenn dich andere als respektvolle Person wahrnehmen sollen, die alle Lebewesen achtet, solltest du den Respekt nicht an irgendwelchen Faktoren oder Status festmachen.

Denn dann wäre es absurd, alle Mensch mit dem selben Respekt behandeln zu wollen, egal wie alt sie sind, woher sie kommen und wie viel Geld sie verdienen.

Möglicherweise investierst du mehr Energie dafür, dass eine dir unterstellte Person mit Respekt behandelt wird, als dafür, sicherzustellen, dass andere dich mit viel Respekt behandeln.

Das heißt nicht, dass du glaubst, weniger Respekt zu verdienen. Es fällt dir einfach leicht, dich in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen und wenn du dich darum kümmerst, dass andere sich respektiert fühlen, wird dir auch Respekt zuteilwerden.

Maxime des Respekts: “Ich begegne allen Lebewesen mit dem gleichen Respekt, mit dem ich selbst behandelt werden will.”

10. Liebe

Durch Liebe sieht man das Gute in jedem Menschen und wünscht ihm Glück. Man weiß zwar nicht immer, was das Beste für eine Person ist, doch wenn man sie liebt, wünscht man ihr Erfüllung und unterstützt sie auf dem Weg dorthin.

Du wirst nicht erwachsen und hast einen festen Charakter, der sich nicht mehr verändert. Man befindet sich stets in einem Entwicklungsprozess. Dinge, die man mit 20 von sich gibt, könnten einen mit 40 entsetzen. Das ist ganz normal, wenn man ein Mensch ist, der sich weiterentwickelt.

Hat eine geliebte Person in der Vergangenheit schreckliche Dinge getan, die sie jetzt niemals wieder tun würde?

Erkenne an, dass die Person es zu diesem Zeitpunkt nicht besser wusste. Sie musste erst Dinge lernen, die sie davon abhalten. Sei auch dir selbst nicht böse, wenn du nicht wusstest, dass jeder Mensch zu schrecklichen Dingen fähig ist – jeder Mensch kann sich aber auch verbessern.

Wenn du Liebe für jemanden empfindest, dann löse diese Gefühle von der Vergangenheit oder möglichen Zukunft dieser Person. Die Liebe sagt: “Du bist gut so, wie du heute bist.”

Du akzeptierst, dass sich Einstellungen und Verhalten ändern können. Da deine Liebe aber nicht daran geknüpft ist, dass ihr dasselbe glaubt und keine Differenzen habt, wird deine Liebe trotz kommender Schwierigkeiten nicht verblassen.

Maxime der Liebe: “Leidenschaft und Verständnis prägen meine Liebe. Sie ist stets anwesend und aufmerksam.”

11. Authentizität

Man ist authentisch, wenn man zu 100% man selbst ist. Es bedeutet, die eigenen Ansichten und Überzeugungen offen auszusprechen, ohne sich von Kritik und Missverständnissen anderer abschrecken zu lassen.

Wenn man authentisch sein will, sollte man nicht erwarten, von allen gemocht zu werden. Akzeptiere, dass dein Verhalten manchen Leuten missfällt und sie dich für manche Dinge verurteilen. Andere fühlen sich auch möglicherweise durch deine schonungslose Ehrlichkeit vor den Kopf gestoßen.

Das sollte dich nicht davon abhalten, dein Leben so zu leben, wie du es möchtest. Fehler stehen diesem Wert nicht im Weg. Ganz im Gegenteil, du kannst dadurch deine Lernprozesse teilen. Gebe Dinge Preis und sei dir sicher, dass sich dadurch mindestens eine Person dir zugetan fühlt.

Authentizität birgt zwar ein gewisses Risiko, doch du solltest bereit sein, es auf dich zu nehmen. Es ist dir fremd, etwas vorzutäuschen,das du nicht bist oder etwas von dir zu verschleiern. Dir ist bewusst, dass sich manche auf deine Fehler stürzen werden, aber ihre Meinung ist für dich kaum von Bedeutung. Es kann befreiend sein, das zu erkennen.

Maxime der Authentizität: “Ich lebe und äußere meine Überzeugungen, ohne vor Kritik oder Abwertung Angst zu haben.”

12. Vision

Du bist sicherlich Gespräche über “Zukunftsvisionen” bestimmter Personen gewohnt, doch der Sinn hinter einer Vision ist nicht etwa Besitz, sondern dass es durch dich kommt und dich und andere inspiriert.

Da sich die Vision nicht auf dein Ego beschränkt, kannst du ihre Kraft nutzen, um dich erleuchten zu lassen und dich frei zu fühlen.

Deine Vision ist mit etwas Unendlichem und Unkontrollierbarem verbunden. Du existierst nicht nur, um dir selbst auf Kosten anderer zu dienen, sondern um mit anderen den Beitrag zur Errichtung einer Gemeinschaft zu leisten, die allen Lebewesen nutzt.

Deine ganz eigene Vision prägt deinen Weg und den Prozess, diesen Weg zu verwirklichen.

Es geht hierbei weder um Erfolg, noch um Besitztümer oder deinen Lebensstil. Es geht eher darum, dich von einer großen Vision und deiner Verbindung zu ihr leiten zu lassen.

Maxime der Vision: “Ich lebe nach einer Vision, die sich durch meine innere Weisheit und mein Urteilsvermögen manifestiert.”

13. Balance

Es kann bisweilen ein Drahtseilakt sein, soziale Beziehungen, Arbeit und Zeit für sich selbst zu vereinbaren. Durch die Erfahrungen deines Lebens weißt du aber, wie wichtig das Gleichgewicht dieser Faktoren ist.

Es ist sehr leicht, sich selbst zu vernachlässigen, um mehr Pflichten erfüllen zu können oder eine Verabredung mit einem/einer Freund:in zu verschieben, um mehr für die Arbeit zu tun, was einem einen beruflichen Aufstieg einbringen könnten. Und hat man das einmal getan, wird es beim nächsten Mal viel einfacher, darauf noch einfacher. Und so weiter.

Dir ist aber bewusst, dass das nicht die richtige Art zu leben ist. Wenn du deine To-Do-Liste für den Tag durchgehst, solltest du also sicherstellen, dass auch Zeit für dich darin enthalten ist. Schreibe auch auf, wie viel Zeit du in nahestehende Menschen steckst, und achte darauf, dass das alles in einem Gleichgewicht mit deinen Pflichten ist.

Nimm anschließend ein paar Veränderungen vor, um neue Gewohnheiten zu entwickeln, damit du und deine Freunde und Familie nicht zu kurz kommen. Auch wenn du es befürchtest, wird dir dadurch nicht die Zeit für die Arbeit ausgehen. Du hast immer noch genug Zeit für deine Pflichten. Und du kannst es sogar mehr genießen als früher, denn du hast die richtige Balance.

Maxime der Balance: “Wenn ich meine Prioritäten richtig setze, habe ich ein gesundes Gleichgewicht.”

14. Hingabe

Ein anderes Wort für Hingabe ist Aufopferung, jedoch vermittelt Hingabe ein positiveres Bild. Im Endeffekt investiert man viel Energie, Zeit und Fähigkeiten darin, andere zu unterstützen oder ihr Leben zu verbessern.

Bei wahrer Liebe gibt es kein Zögern, etwas von sich zu geben, bis es schmerzhaft wird, da die Überzeugung herrscht, dass der momentane Schmerz durch den gewonnen Nutzen locker überboten wird.

In dem Wort “selbstlos” steckt, dass man so viel von sich gegeben hat, dass nichts mehr für einen selbst übrig ist, doch wenn man anderen etwas von sich aus Liebe gibt, erfüllt einen diese Handlung mit Freude.

Hingabe kann übertrieben werden, doch diese Gefahr herrscht eher dann, wenn die Hingabe aus Stolz oder Unsicherheit und nicht aus Liebe geschieht.

Maxime der Selbsthingabe: “Ich gebe anderen etwas von mir, um eine Verbindung zu schaffen und vor allem, um diese anzuerkennen. Was ich gebe, empfange ich auch.”

15. Großzügigkeit

Großzügigkeit heißt, dass man seine Ressourcen und Privilegien gerne mit anderen teilt. Gegenüber Freund:innen und Bekannten großzügig zu sein, ist die eine Sache, doch es wird eine größere Herausforderungsein, etwas mit Menschen zu teilen, mit denen man nichts anfangen kann oder die deine Bereitschaft zu teilen erwarten.

Niemand hat das Recht, Ressourcen zu hamstern, da es keinen Sinn macht, wenn von einer Sache nur wenige Menschen profitieren können. Du würdest dein Hab und Gut lieber teilen, damit andere Menschen nicht leiden müssen. Wenn alle großzügig wären, würden sich weniger Menschen unsichtbar und vernachlässigt fühlen.

Dir ist sicher bewusst, dass Großzügigkeit mehr bedeutet, als hin und wieder Geld zu spenden. Es ist eine Frage der Lebenseinstellung und kann sich auch auf immaterielle Dinge beziehen, wie beispielsweise Geduld, Freundlichkeit, Empathie und Vergebung.

Du hältst nichts Wertvolles unter Verschluss und siehst nicht nur zu, wenn die Leute um dich herum Unterstützung benötigen. Stattdessen fühlst du dich in sie hinein und gibst ein Stück von deinem Kuchen ab, um ihr Leben besser zu machen. Welchen Nutzen hätte es denn sonst, von etwas mehr als genug zu haben?

Maxime der Großzügigkeit: “Ich teile meine Reichtümer mit Menschen, die nicht so viel haben und alle werden davon profitieren.”

16. Gemeinschaft

Als ein Mensch, für den die Gemeinschaft eine große Rolle spielt, bist du zwar nicht dafür verantwortlich, wie andere Menschen über dich und deine Taten denken, doch du berücksichtigst bei Entscheidungen, was das für die Menschen um dich herum bedeutet. Es ist dir wichtig, dass es ihnen gut geht und ihr euch gut versteht.

Du weißt, dass dein Verhalten dein Umfeld und deine Nächsten vielfältig beeinflussen kann und du willst diesen Einfluss so positiv wie möglich gestalten. Du hast keine Kontrolle darüber, ob andere dich mögen, doch du kontrollierst deine Aussagen und deine Taten.

Wenn du jemandem deinen Sitzplatz überlässt, weil er/sie müde und erschöpft aussieht, gehst du aus dir heraus, um deine Empathie und deine Unterstützung zu zeigen. Wenn du die kleinliche Kritik einer anderen Person einfach hinnimmst, wählst du für euch beide einen besseren Weg.

Egal, ob deine Präsenz in einer Gemeinschaft immer zu spüren ist, oder ob du gerne unauffällig bist, mache es zu deiner Aufgabe, die Stimmung zu verbessern, falls es möglich ist.

Maxime der Gemeinschaft: “Ich achte alle Mitglieder meiner Gemeinschaft, egal wofür sie stehen und woher sie kommen.”

17. Mitgefühl

Mitgefühl verhindert, dass du ein hartes Urteil über andere fällst und dich auf ihre Fehler konzentrierst. Stattdessen legst du deinen Fokus auf das Gute, auch wenn es gerade nicht leicht zu sehen ist.

Du nimmst die Perspektive einer anderen Person ein, um ihre Lage verstehen zu können. Du bist offen für die Aussagen deines Gegenübers und wertest nicht gleich alles ab.

Es ist dir wichtiger, andere zu verstehen als im Recht zu sein. Die Folge dessen ist nicht, dass du dich der Negativität und den Bewertungen anderer schutzlos auslieferst. Falls nötig kannst du für eine Weile den Kontakt zu einer Person einschränken, um dein Wohlbefinden zu schützen. Doch es ist für dich immer eine Option, dich wieder zu versöhnen.

Du wünschst dir, dass alle anderen Menschen – auch die, die dich verletzt haben – zufrieden sind und wachsen. Am Ende des Tages ist es nicht so wichtig, was sie von dir denken und es liegt auch nicht in deiner Verantwortung. Du löst dich von den Schmerzen und ersetzt sie durch warme, empathische Gedanken. Du schaffst das, da du dir deiner eigenen Schwächen bewusst bist. Letztlich ist dir wichtig, dass es bei allen in ihrem Leben so gut wie möglich läuft.

Maxime des Mitgefühls: “Mitgefühl ist die Basis meines Handelns und meiner Gedanken bezüglich anderer.”

18. Kreativität

Du bist ein Schöpfer. Du hast das Vermögen Dinge zu erschaffen und einen inneren Drang danach. Deine Werke sollen das Leben (auch deines) besser machen.

Egal, wie du deine künstlerische Ader ausdrückst – Musik, Malerei, Schreiben, Robotik, Experimente, etc. – in jeder Schöpfung steckt etwas von dir. Daraus wachsen schließlich andere Dinge. Man hinterlässt seinen eigenen Fußabdruck.

Insofern kann es sinnvoll sein, seinen Fokus auf Kreativität zu legen. Du wirst durch deine Ideen und Projekte nicht nur als kreativ wahrgenommen, sondern du kommst auch deinem Geburtsrecht der Kreativität nach und lebst für dich ein gutes Leben.

Du wartest nicht, bis dass der Tag dir etwas bringt, sondern du nimmst die Dinge selbst in die Hand und erschaffst etwas. Da du ein soziales Wesen bist, genießt du es besonders, Dinge zu erschaffen, von denen andere begeistert sind.

Maxime der Kreativität: “Jeden Tag nutze ich meine Kreativität, um etwas Besonderes zu erschaffen.”

19. Lernen

Wir Menschen tragen den Wissensdurst ins uns. Wir sind neugierige Wesen, die dazu lernen möchten. Und das hört nicht mit einem bestimmten Alter auf. Vielleicht sind wir irgendwann nicht mehr darauf angewiesen zu lernen, doch das Bedürfnis danach bleibt. Es kann uns neue Wege aufzeigen, Verständnis lehren, Ansichten verstehen und so weiter. Nimm dir jeden Tag Zeit um Neues zu lernen und dich weiterzubilden. Schau dir eine Tierdoku an, lies ein Fachbuch, höre Podcasts oder unterhalte dich mit Menschen, die etwas wissen, was du noch nicht weißt. 

Maxime des Lernens: “Mir ist es nicht wichtig, ein Experte zu sein, sondern immer weiter zu lernen.”

20. Loyalität

Hinter Loyalität steht eine Verbindung oder stummer Vereinbarung zwischen Menschen. Wenn du jemandem treu bist, hat diese Person einen festen Platz in deinem Leben. Sie hat Vorrang vor anderen Dingen und ihre Bedürfnisse haben bei dir Gewicht. Sicherlich wünschst du dir, dass deine Nächsten eine ähnliche Einstellung zu dir haben. Du hoffst, dass du einen besonderen Platz in ihrem Herzen hast und sie für dich da sind, wenn du sie brauchst. Verwandte Wörter die einem bei Loyalität in den Kopf schießen sind Treue, Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und Anhänglichkeit. Wenn man über diese Worte nachdenkt, kommen einem bestimmte Menschen in den Sinn. Dein Wunsch ist es, dass die Loyalität in beide Richtungen funktioniert.

Du spürst, was deine Loyalität mit denen macht, die sie erhalten, besonders wenn du sie durch Handlungen und Gesten deutlich machst. Die gleichen Auswirkungen merkst du an dir, wenn du Loyalität oder das Fehlen dessen fühlst.

Solange man es nicht so sehr übertreibt, dass die Interessen der anderen Seite beeinträchtigt werden, sind die Auswirkungen positiv. Du siehst die Gefahr der Loyalität, übergriffig zu werden und bist dir dessen bewusst.

Maxime der Loyalität: “Ich schätze eine Loyalität, die jedem/jeder Beteiligten gut tut.”

21. Freiheit

Laut Viktor Frankl ist die letzte der menschlichen Freiheiten die, “die eigene Haltung in jeder gegebenen Situation zu wählen”. Anders formuliert heißt das, Verantwortung für die eigenen Gedanken und Gefühle zu übernehmen.

Genauso, wie du über dein Handeln entscheidest, kannst du auch Herr über deine Gefühle sein. Diese innere Freiheit ist für dich bedeutsamer als jede Hymne, Flagge oder sonstige Freiheitssymbole. Denn im Gegensatz zu denen kann dir niemand deine Einstellung nehmen. 

In jeder Lage liegt deine Reaktion in deiner Hand. Dir ist klar, dass Freiheit ohne Verantwortung nur zu Chaos führt. Gleichzeitig ist Verantwortung ohne Freiheit nicht möglich. Sie stehen zueinander in einer Abhängigkeitsbeziehung.

Maxime der Freiheit: “Ich nehme mir die Freiheit, mich für meine Reaktionen, Gefühle und Handlungen zu entscheiden.”

22. Gerechtigkeit

Damit etwas gerecht ist, muss es für alle Menschen gleichermaßen gelten, egal woher sie kommen, wieviel Geld sie verdienen, wie alt sie sind, welches Geschlecht sie oder sexuelle Orientierung sie haben. Wenn du von einer Ungerechtigkeit Wind bekommst, macht dich das wütend, da du mit den Betroffenen mitfühlst.

Gerechtigkeit ist deine Triebfeder, da du immer wieder beobachtest, wie sie Menschen verwehrt werden, da ihr Geschlecht oder ihre ethnische Gruppe in Machtkreisen keine Rolle spielt. Du tust alles in deiner Macht stehende, um an diesem Missstand zu arbeiten.

Möglicherweise arbeitest du in einem Bereich, wo du dich für die Gerechtigkeit gesellschaftlicher Minderheiten einsetzt. Vielleicht investierst du aber auch viel private Zeit, Kreativität oder andere Mittel und Kompetenzen ein, um dich für Gerechtigkeit stark zu machen.

Entscheidend dabei ist nicht, dass deine Taten von möglichst vielen Menschen gesehen werden und dass du dein Bild aufpolieren kannst. Es geht darum, hilfsbedürftige Menschen wahrzunehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, während man sie unterstützt. Schließlich haben sie genau die gleichen Rechte wie alle anderen.

Maxime der Gerechtigkeit: “Ich stecke meine Energie in den Abbau von Ungerechtigkeiten, wann immer es mir möglich ist.”

23. Besonnenheit

Besonnenheit bedeutet, dass man zur rechten Zeit, das Richtige sagt oder tut. Ebenso wichtig ist dabei das Timing, denn der gleiche Satz kann einmal passend und einmal unpassend sein. Auch auf die Art und Weise kommt es an.

Besonnene Menschen haben einen guten Blick für das ganze Bild und können die Konsequenzen ihrer Taten und Worte gut einschätzen. Du schätzt diese Eigenschaft, denn du weißt, dass Geduld und Umsicht auch dann entscheidend sein können, wenn man ein dringendes Anliegen hat.

Es ist dir bewusst, dass Besonnenheit nicht bedeutet, dass man zimperlich oder verklemmt ist. Sie hat ebenso wenig mit der Lähmung im Zuge des Grübelns zu tun, wenn man sich über alles mögliche Scheitern Sorgen macht. Besonnenheit wird durch Weisheit, nicht durch Panik geprägt.

Auch Selbstgerechtigkeit und Scheinheiligkeit haben nichts mit Besonnenheit zu tun.

Insbesondere Führungskräfte sollten sich in Besonnenheit üben, um ihren Arbeitskräften bestmöglich gerecht werden zu können. Auch bei Lehrkräften ist es sinnvoll, damit sie ihre Schüler:innen so gut wie möglich fördern zu können. Auch unter Therapeut:innen ist es eine gefragte Eigenschaft, da ihre Intuition dadurch optimiert werden kann. Besonnenheit kann man mit Fug und Recht als Superkraft bezeichnen.

Maxime der Besonnenheit: “Ich übe mich in Besonnenheit, um jedes Leben, mit dem ich in Kontakt trete, positiv beeinflussen zu können.”

24. Resilienz

Resilienz beschreibt die Kompetenz, sich von Rückschlägen und Veränderungen zu erholen und sich auf die neuen Umstände einzustellen. Wenn also einmal etwas schlecht läuft, raffen sich resiliente Personen auf und finden einen Weg, um trotz der Widrigkeiten zu bestehen. Man fällt immer wieder hin, doch man steht genauso oft wieder auf.

Man erwartet dafür aber keine Anerkennung, sondern man ist davon überzeugt, dass es sein muss. Aufgeben heißt schließlich, auf den Tod zu warten. Und das Leben soll mehr sein als ein langer Hospizaufenthalt.

Du wirst jede Möglichkeit finden, wieder aufzustehen, da es sowieso keine akzeptable Alternative gibt. Wenn du auch nur für eine Stunde aufhören willst zu existieren, solltest du dir deine Optionen ansehen und eine ergreifen.

Dabei geht es erstmal nicht um langfristige Perspektiven. Dass man aufsteht, heißt nicht unbedingt viel. Das Leben ist ein Prozess, der von Moment zu Moment schreitet. Es werden noch viele Prüfungen kommen und mit dem Aufstehen hast du nur eine bestanden. Doch je öfter du dich von Rückschlägen erholst, desto schneller stellt sich ein Automatismus ein.

Maxime der Resilienz: “Ich trainiere meine Resilienz, indem ich in jeder Herausforderung eine Lektion suche.”

25. Offenheit

Du bist stets bereit für neue Erfahrungen und neue Menschen. Als du das erste Mal den Satz “Ich probiere (fast) alles einmal aus” gehört hast, wurde er zu einem Mantra für dich, den du auf so viele Situationen anwenden kannst:

  • Eine neue Person mit neuen Ideen
  • Ein neuer Kleidungsstil
  • Neue kulinarische Erfahrungen
  • Ein neuer Arbeitsbereich
  • Neue Urlaubsziele

Du hast zwar nicht unbedingt ein unstillbares Bedürfnis nach neuen Impulsen, doch es ist dir wichtig, für neue Ideen und Perspektiven offen zu sein. Wie beim Mitgefühl ist es wichtiger zu verstehen, als Recht zu haben.

Dir ist bewusst, dass du noch nicht alles verstanden hast und niemals alles verstehen wirst. Es gibt immer Neues zu lernen. Genauso wie das lebenslange Lernen schätzt du die Offenheit und die mit ihr verbundene Neugierde. Es muss nichts sein, das das Rad neu erfindet, es reicht, wenn es für dich neu ist.

Maxime der Offenheit: “Ich begrüße neue Menschen, neue Erfahrungen und neue Ideen.”

26. Verantwortung

Du übernimmst die Verantwortung für deine Worte und Taten und ihre Auswirkungen. Wenn du jemandem ein Unrecht getan hast, gibst du dein Bestes, um das wieder gerade zu biegen. Du bist nicht zu stolz für eine Entschuldigung, wenn sie angebracht ist.

Allerdings bist du nicht verantwortlich dafür, wie andere über dich denken. Du stößt anderen nicht absichtlich vor den Kopf und wenn du weißt, dass sich andere von bestimmter Wortwahl beleidigt fühlen, bist du respektvoll genug, um dich zu entschuldigen und es in Zukunft besser zu machen.

Du sprichst andere Menschen mit den gewünschten Pronomen an und behandelst sie mit dem Respekt, den du dir auch für dich wünschst. Wenn du dabei scheiterst, bleibst du demütig und versuchst, dich zu bessern.

Du hast deine eigenen Gefühle und projezierst sie nicht auf andere. Sie unterscheiden sich möglicherweise von denen, die andere in dir vermuten.

Einräumen: “Als du das gesagt hast, habe ich mich [Gefühl einfügen] gefühlt.”

Beschuldigen: “Als du das gesagt hast, hast du mich dazu gebracht, mich [Gefühl einfügen] zu fühlen.”

So viel Spaß es dir auch bereitet, anderen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, weißt du dennoch, dass du nicht für die Gefühle anderer verantwortlich bist, genauso wie das umgekehrt nicht der Fall ist.

Maxime der Verantwortung: “Ich übernehme Verantwortung für das, was ich sage, tue und fühle.”

27. Selbstrespekt

Du kennst die Bedeutung von Selbstachtung, da du bei anderen Menschen gesehen hast, was es mit einem macht, wenn man keine hat. Außerdem wurdest du mit der Erfahrung konfrontiert, wie es ist, wenn man sich vernachlässigt, weil man anderen Dingen mehr Raum gibt.

  • Du musst weiter Geld verdienen, um deine Rechnungen bezahlen zu können.
  • … Dinge erledigen wie Lebensmittel kaufen etc.
  • Du musst deinen Kindern bei ihren Hausaufgaben helfen.
  • … musst deine Termine und Verpflichtungen im Blick haben.

Das angsteinflößende Wort, das sich an jede dieser Aussagen anschließen kann, lautet “sonst”. Einige Konsequenzen sind auch wesentlich unbequemer als einfach nur das Duschen zu verschieben, weil man sonst durch einen Termin in Zeitdruck gerät. Du weißt, wie es ist, wenn man sich um alles kümmert, nur nicht um sich selbst.

Deshalb hast du dir angewöhnt, dich jeden Tag ein bisschen der Selbstpflege zu widmen, um deinen Respekt und deine Liebe zu dir zu fördern. Wie jeder andere hast du etwas Fürsorge verdient.

Selbstfürsorge ist die Essenz, um ein gesundes Gleichgewicht im Leben zu halten. Wenn du ihr genügend Zeit einräumst, werden sich andere Dinge von selbst regeln.

Maxime des Selbstrespekts: “Meine Selbstachtung äußert sich in täglicher Fürsorge und Ausleben meiner Selbst.”

28. Weisheit

In der Schule hast du zwar viel gelernt, doch die wichtigste Lektion war für dich die Bedeutung von Weisheit, die nur wenig mit reiner Intelligenz zu tun hat.

Weisheit ist die Kompetenz, dein Wissen und deine Intelligenz besonnen anzuwenden, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dir ist bewusst, dass das mehr mit deinem Glück zu tun hat als deine Intelligenz. Weisheit kann dich lehren, all deine Ressourcen besser einzusetzen, egal ob es um deine Zeit, deine Fähigkeiten oder materielle Dinge geht.

Weisheit blickt über den Tellerrand und setzt sich nicht nur mit einfachen oder dringenden Themen auseinander. Sie ist eng mit Wachstum und Balance verknüpft. Beides kann nicht erreicht werden, wenn du nicht mehr auf dich achtest und in Arbeit versinkst.

Echte Weisheit weiß, was Burnout ist und wie es dazu kommt. Bei Weisheit geht es wie bei Besonnenheit um den Gesamtzusammenhang.

Weisheit bedeutet, das Wichtigste zu erkennen und sich darauf zu besinnen.

Maxime der Weisheit: “Ich übe mich in Weisheit, um bessere Entscheidungen zu treffen, um ein besserer Mensch zu werden und mich selbst zu kennen.”

29. Spiritualität

Im Kern der Spiritualität steht ein angemessener Respekt vor den unsichtbaren Wächter:innen, die über uns wachen und sich für unsere Entwicklung interessieren. Spiritualität darf nicht mit Religiosität verwechselt werden, denn du kannst auch ohne eine Religion spirituell sein. 

Dieser Wert hat eine enge Verbindung zu den Werten Offenheit und Lernen. Dir ist bewusst, dass du nicht alles weißt und dass du nicht alles verstehst, was du siehst. Doch du möchtest viele Dinge gerne besser verstehen.

Du denkst, dass du durch das Erkunden deiner Spiritualität mit verlässlichen Führer:innen zu dem Mensch werden kannst, der du sein willst. Du willst deine Persönlichkeit und dein Potenzial besser verstehen.

Je besser du dich selbst kennst, desto weniger wirst du den Wunsch verspüren, dich an die Vorstellungen anderer, wie du sein sollst, anzupassen. Die Spiritualität dreht sich nicht um den Gehorsam einer religiösen Autorität gegenüber. Zentral ist die Erforschung der Bedürfnisse und des Vermögens deines Geistes.

Maxime der Spiritualität: “Ich sorge für meine spirituellen Bedürfnisse im Zuge meiner täglichen Selbstfürsorge.”


Jetzt bist du an der Reihe.

Welche Werte haben für dich Priorität? Und was wirst du heute tun, um ihnen nachzukommen?

Auch eine kleine Handlung kann wesentlicher sein, als du vielleicht denkst. Stell dir jede Tat als einen Samen vor, den du einpflanzt und der langsam aber sicher zu einem stolzen Baum mit tiefen Wurzeln und dicken Ästen heranwächst, der irgendwann seine eigenen Samen abwirft.

Deine Werte sind das Leben in jedem Samen, den du aussäst. Wähle die besten Werte und nutze sie für dein persönliches Wachstum. Dein Mut und deine Leidenschaft, für deine Überzeugungen einzustehen, sollen das, was du tust, beeinflussen.

Hast du deine Leitlinien, die dir helfen, dein Leben zu optimieren und weise Entscheidungen zu treffen? Falls nicht, solltest du deine Grundüberzeugungen, die dich leiten und stützen, definieren. Diese Liste sollte dir genug Inspiration liefern, um deine zentralen Werte zu finden.

Danke fürs Lesen und bleib gesund!

Deine diefaktenseite🌿


Das könnte dich auch interessieren:

Das könnte dich auch interessieren…

0 Kommentare