Wie ✨Intervallfasten✨ deinem Gehirn gut tut

Fasten war in der Evolution eine der hilfreichsten Eigenschaften für unsere Vorfahren, da ihr Körper und Gehirn längere Zeit ohne Nahrung und trotzdem fit bleiben konnten. Die Menschen, bei denen diese Eigenschaften ausgeprägter waren als bei anderen, hatte bessere Überlebenschancen. Im antiken Griechenland war der Verzicht auf Nahrung populär, so betonten auch Aristoteles, Platon und Hippokrates die verjüngende Wirkung. In vielen Religionen und Kulturen stellt das Fasten zu bestimmten Zeiten eine alte Tradition dar. Auch heute erfreut sich diese Praxis großer Beliebtheit, da die Vorteile des Fastens mittlerweile wissenschaftlich erwiesen sind.

Neben allen anderen Vorteilen des Fastens ist es ausgesprochen gesund für das Gehirn. In diesem Artikel geht es u.a. die Auswirkungen des Fastens auf die mitochondriale Gesundheit, die Ketogenese, den Fettstoffwechsel, die synaptische Plastizität und die Neurogenese und wie das alles die Gehirnfunktionen beeinflusst. Heutzutage ist das Kurzzeitfasten am weitesten verbreitet, bei dem man in einem Zeitraum von 12 bis 16 Stunden auf Nahrung verzichtet.

Die Vorteile des Intervallfastens für das Gehirn

Fasten regt die Neurogenese an

Die Entstehung neuer Gehirnzellen bezeichnet man als Neurogenese. Lange glaubte man, dass alle Neuronen eines Menschen seit der Geburt vorhanden sind. In den 1990er Jahren stellte man aber die Neurogenese bei erwachsenen Menschen, anderen Primaten und weiteren Tierarten fest. Die Neurogenese ereignet sich hauptsächlich im Hippocampus, dem Teil des Gehirns, der mit der Speicherung und Bildung von Erinnerungen verknüpft ist. Eine Einschränkung der Kalorienzufuhr bei Mäusen korrelierte mit einer erhöhten Neurogenese und einem verbesserten Erinnerungsvermögen. Man stellte fest, dass dieser Vorgang eine leichte Stressreaktion im Körper angeregt wird, die die Produktion der Neuronen steigert.

Die synaptische Plastizität wird erhöht

Neuroplastizität bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, seine Form und Funktion täglich reaktiv, gemessen an Gefühlen, Handlungen, Erlebnissen und sogar Gedanken, zu ändern. Das Erinnerungsvermögen und das Lernen sind neuroplastische Vorgänge im Gehirn, die strukturelle und chemische Veränderungen im Gehirn beinhalten. Informationen werden im Gedächtnis abgespeichert, indem sich die Anzahl oder Stärke der Verknüpfungen der Gehirnzellen anpasst. Man weiß nicht genau, wo oder wie das Erinnerungsvermögen entsteht, doch die wahrscheinlichste Möglichkeit ist die Synapse, der Raum zwischen den Neuronen, in dem diese kommunizieren.

Je älter man wird, desto schwieriger wird es, neue Kompetenzen zu erwerben, neu Hobbies anzufangen oder sich Namen zu merken. Es gibt Anzeichen dafür, dass dieser kognitive Abbau an Veränderungen in der Zusammensetzung der NMDA-Rezeptoren an den Zellsynapsen, die die Plastizität beeinflussen, liegt. Untersuchungen haben ergeben, dass Intervallfasten präventiv gegen diesen Verfall wirken und dessen Symptome lindern kann.

Mehr Mitochondrien und mehr Energie

Mitochondrien sind zelluläre Organellen, die zeitweise als die “Kraftwerke” der Zellen bezeichnet werden, da der Hauptteil der Zellenergie in den Mitochondrien erzeugt wird. Die Mitochondrien sind von zentraler Bedeutung für die Funktion des Gehirns, da das Gehirn mehr Energie verbraucht als jedes andere Organ. Es wurde festgestellt, dass Intervallfasten die Herstellung von Mitochondrien im Gehirn fördert, vor allem wenn man es mit Sport verbindet. Diesen Vorgang bezeichnet man als mitochondriale Biogenese. Im Klartext heißt das, dass der Körper effizienter Energie produziert und das Gehirn besser funktioniert. Zudem verbindet man in der Wissenschaft die mitochondriale Biogenese mit einer gesteigerten Synapsenbildung und -stabilität, Prozesse, die das Lernen und das Gedächtnis beeinflussen.

Fasten unterstützt die Ketogenese

Das Fett in deinem Körper besteht aus Molekülen, die Lipide genannt werden. Diese sind überlebenswichtig für die Zellgesundheit sowie die Hormon- und Gehirnfunktion. Ein Lipid setzt sich aus einer langen Kette aus Kohlenstoffatomen zusammen, die bei der Fettverbrennung (Lipidstoffwechsel) abgespalten und in Energie umgewandelt werden. Es ist wie bei einer Kette, bei der am Ende ein Glied nach dem anderen abgebrochen und wieder in Energie umgewandelt wird. Das Endprodukt dabei ist Energie, doch im Zwischenstadium des Fettstoffwechsels entstehen als Produkt bestimmte Moleküle, die Ketone genannt werden.

In der Regel wandelt der Körper Kohlenhydrate der letzten Nahrungszufuhr in Glukose um, damit leicht Energie gewonnen werden kann. Da der Körper beim Fasten keine externen Energiequellen erhält, verwendet er den Abbau von Fett als Brennstoff. Dieser als Ketogenese bezeichnete Vorgang hat zahlreiche Vorteile. Wenn dein Körper Fett aus den Reserven verbrennt, verlierst du Gewicht und wirst dünner. Zudem können die Ketone, die bei der Fettverbrennung entstehen leicht ins Gehirn gelangen und sind dort ein idealer Brennstoff.

Fasten fördert die Gesundheit der Hirnzellen

Jede Zelle des Körpers ist ein winziger, eigenständiger Organismus. Der Körper und die Organe sind also ein System von Zellen, die friedlich zusammenarbeiten und -leben und unterschiedliche Aufgaben ausfüllen. In jeder Zelle sind wiederum kleinere Bestandteile, die wieder eigene Funktionen haben. Mitochondrien liefern beispielsweise Energie. Der Zellkern bewahrt die DNA der Zelle auf und die Ribosomen stellen neue Proteine her. Diese Organellen altern mit der Zeit und die Zellen müssen sich neu organisieren. Der Vorgang fängt mit der Eliminierung alter Organellen (Autophagie) an, wonach neue Organellen produziert werden.

Die Erneuerung von Zellen findet regelmäßig im Körper statt. Die Hautzellen teilen sich beispielsweise ständig, sie sterben ab und gebären neue Zellen, auch wenn sie unversehrt sind. Bei einer Verletzung stellt die Haut viele neue Zellen her und nutzt diese, um die Wunde zu heilen. Allerdings erneuern sich die Neuronen, die Nervenzellen des Gehirns, nicht. Sie teilen sich gar nicht. Wie zuvor beschrieben kann das Gehirn neue Zellen durch die Neurogenese wachsen lassen, doch das geht nur an zwei Stellen. Allgemein kann das Gehirn jedoch tote Neuronen nicht so einfach nachwachsen lassen.

Deshalb ist die Eigenschaft der Gehirnzellen, gesund zu bleiben, indem sie alte Organellen eliminieren und neue herstellen, sehr wichtig. Die zwei häufigsten neurodegenerativen Krankheiten, Alzheimer und Parkinson, sind jeweils mit der Unfähigkeit der Hirnzellen, alte Organellen zu zerstören, verbunden. Forscher stellte fest, dass Fasten für 24 oder 48 Stunden die zelluläre Autophagie steigert und die Beseitigung von alten oder dysfunktionalen Organellen bei Mäusen verbessert.

Es senkt das Risiko für Alzheimer und lindert die Symptome von Parkinson

Der Verzicht auf Kalorien und Fasten sind erwiesenermaßen hilfreich bei neurologischen Erkrankungen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer oder Morbus Parkinson zu erkranken, wobei auch der Lebensstil, besonders in Bezug auf Ernährung und Bewegung, das Risiko beeinflusst. Man weiß mittlerweile außerdem, dass die Verwendung und Produktion von Ketonen den Verlauf von Alzheimer verlangsamt und lindert. Fasten wirkt sich außerdem positiv auf Parkinson aus. Die Effekte können durch Bewegung zusätzlich verstärkt werden.

Zusammenfassung

Es ist eine Tatsache, dass Fasten sich in hohem Maße positiv auf die Gesundheit und eine optimale Gehirnfunktion auswirken kann. Es stärkt die Produktion neuer Hirnzellen, was das Lernen und das Gedächtnis verbessert. Es kann zudem die generelle Gehirnfunktion stärken und die Bildung neuer Mitochondrien fördern. Fasten ist ein simples Mittel, um die unerwünschten Auswirkungen des Alterns und das Risiko für neurodegenerative Krankheiten zu reduzieren.

Danke fürs Lesen und bleib gesund!

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