10 bedeutende Erfolge von Mahatma Gandhi

Einer der größten politischen Anführer Indiens war Mohandas Karamchand Gandhi (1869 – 1948), der der breiten Masse vor allem unter dem Namen Mahatma (“Große Seele”) Gandhi bekannt ist. Er führte Indien zur Unabhängigkeit von der britischen Regierung. Der gelernte Rechtsanwalt kämpfte gegen die rassische Unterdrückung in Südafrika. Er führte mit Hilfe einiger Kampagnen die indische Unabhängigkeitsbewegung an, besonders berühmt waren dabei der Salzmarsch und die Bewegung “Quit India”. Seine gewaltfreien Methoden und das Prinzip des zivilen Ungehorsams waren prägend für viele wichtige politische Persönlichkeiten, u.a. Marthin Luther King. In Indien ist er inoffiziell der “Vater der Nation”. Hier findest du die 10 wichtigsten Leistungen des größten Anführers der Menschheitsgeschichte.

1. Die Satyagraha-Kampagne in Südafrika führte zum Indian Relief Act von 1914

Gandhi initiierte die Satyagraha-Kampagne (“Wahrheitskraft”) des gewaltlosen Widerstands, nachdem in Südafrika im Jahre 1906 ein Gesetz verabschiedet wurde, das allen männlichen Asiaten in der Provinz Transvaal befahl, Fingerabdrücke nehmen zu lassen und einen Art Pass vorweisen zu können. Gandhi forderte die Inder zur Zuwiderhandlung auf auch wenn dies mit Strafen sanktioniert war. Wegen einer 3-Pfund-Steuer für ehemalige Inder und der Nicht-Anerkennung indischer Ehen wurde die Kampagne 1913 verstärkt. Im Zuge dieses Widerstands wurden Tausende von Indern eingesperrt, ausgepeitscht und sogar erschossen. Die schockierte öffentliche Reaktion auf die Gewalt gegen friedliche Demonstranten führte zu einem Hilfsgesetz für Inder, das die Steuer zurückzog, indische Ehen anerkannte und die freie Bewegung in Transvaal erlaubte.

2. Der Kampf gegen die Rassendiskriminierung in Südafrika

Als gesetzlicher Vertreter indischer Händler in Durban reiste Gandhi im Jahr 1893 nach Südafrika. Seine Begegnungen mit der dortigen Diskriminierung farbiger Menschen führte ihn zu dem Entschluss, gegen die rassistische Unterdrückung zu kämpfen. Damals war die Versammlung in Natal kurz davor ein Gesetz zur Ausschließung von Wählern, die nicht europäischer Herkunft waren, zu erlassen. Gandhi wurde daraufhin zum Anführer der Gemeinschaft, die gegen das Gesetz war. Sein Einsatz führte allerdings nur zu einer Aufschiebung des Gesetzes, das 1896 erlassen wurde. Der indische Kongress in Natal, der sich gegen das Gesetz aussprach, machte die indische Gemeinschaft in Südafrika zu einer einheitlichen Kraft. Außerdem wurde Gandhi bald zu einem prominenten Kämpfer für die Rechte der asiatischen Gemeinschaft in Südafrika.

3. Mahatma Gandhi gewann seinen ersten Kampf des zivilen Ungehorsams in Indien in Champaran

Als Gandhi 1915 nach Indien zurückkehrte, stand das Land unter britischer Herrschaft. Im Bezirk Champaran im indischen Bundesstaat Bihar wurden die Bauern gezwungen, bestimmte Nutzpflanzen – beispielsweise Indigo – statt Nahrungsmittel anzubauen. Diese wurden hauptsächlich von britischen Grundbesitzern zu sehr niedrigen Festpreisen erworben. Verbunden mit den suboptimalen Wetterbedingungen und hohen Steuern, wurden die Bauern in bittere Armut gestürzt. Im April 1917 kam Gandhi nach Champaran und leitete gewaltlose Proteste und Streiks gegen die Grundbesitzer. Die Grundbesitzer unterzeichneten schließlich eine Vereinbarung, nach der die Bauern mehr Kontrolle und Entschädigungen erhielten. Während dieser Zeit fing man an, Gandhi als Mahatma (Große Seele) zu bezeichnen.

4. Die gewaltlose Steuerrevolte in Kheda

Der Bezirk Kheda der Stadt Gujarat wurde 1918 von Überschwemmungen und Hungersnöten geplagt, wodurch die Ernteerträge um mehr als die Hälfte reduziert wurden. Die Anträge auf Steuererleichterungen wurden vom britischen Regime allerdings abgelehnt. Mahatma Gandhi startete deshalb mit Hilfe des späteren indischen Innenminister Vallabhbhai Patel eine Kampagne, in der die Bauern versprachen, keine Einnahmen zu zahlen obwohl ihr Land beschlagnahmt und als Druckmittel verwendet wurde. Auch nach den Entwendungen stand der Großteil der Bauern noch hinter Gandhi und Patel. Im Mai 1918, fünf Jahre später, setzte die Regierung die Steuer für dieses Jahr aus, um im darauffolgenden Jahr die Erhöhung des Steuersatzes zu reduzieren und den gesamten beschlagnahmten Besitz zurückzugeben.

5. Mahatma Gandhi führte den berühmten Salzmarsch nach Dandi an

Durch das britische Salzgesetz von 1882 wurde bestimmt, dass Inder Salz weder sammeln noch verkaufen durften und eine hohe Abgabe von Steuern verlangt. Mahatma Gandhi lief 1930 innerhalb von 24 Tagen von Ahmedabad nach Dandi – eine Strecke von 388 Kilometern – um Salz aus Meerwasser zu gewinnen. Auf diese Weise wurde es bis zum Salzgesetz von der dortigen Bevölkerung gehandhabt. Bei diesem Marsch folgten mehrere Tausend Inder seinem Beispiel. Dies löste große Aktionen des zivilen Ungehorsams aus, sogar 80.000 Inder wurden eingesperrt. Der Salzmarsch führte zwar formal keine Veränderung herbei, durch die mediale Aufmerksamkeit wurde der indische Unabhängigkeitsanspruch jedoch weltweit vermehrt anerkannt. Der Marsch war eine Inspiration für viele Aktivisten, so auch für Martin Luther King.

6. 1942 startete er die Bewegung „Quit India“ und forderte das Ende der britischen Herrschaft

Da in Indien keine demokratische Freiheit herrschte, erklärte Gandhi, dass Indien nicht am Zweiten Weltkrieg teilnehmen könne, der angeblich für eben diese Freiheit stattfand. Am 8. August 1942 forderte er das Ende der britischen Herrschaft in Indien durch die Bewegung “Quit India”. Nach seiner dazugehörigen Rede wurde fast die ganze Führung des indischen Nationalkongresses gefangen genommen. Dennoch gab es weiterhin im ganzen Land Proteste und Demonstrationen. Dabei wurden etliche Menschen verhaftet und viele getötet. Die Bewegung wurde zwar unterdrückt, doch es machte sich die Erkenntnis breit, dass Indien nicht weiter von Großbritannien regiert werden konnte. Am Ende des Zweiten Weltkriegs deuteten die Briten an, dass die Macht bald an Indien übergehen werde, woraufhin Gandhi den Kampf beendete und ca. 100.000 Gefangene freigelassen wurden.

7. Mahatma Gandhi war die führende Persönlichkeit, die für die Unabhängigkeit Indiens verantwortlich war

“Vater der Nation” ist der inoffizielle Titel Gandhis, des berühmtesten Führers der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Am 15. August 1947 war die Unabhängigkeit Indiens offiziell, es folgte eine Teilung in die Staaten Indien und Pakistan. Diese Trennung verursachte Unruhen, bei denen 200.000 bis 2.000.000 Menschen getötet wurden. Gandhi appellierte an alle für den Frieden und begann einen Hungerstreik, durch den er die Lage beruhigen konnte.

8. Er kämpfte gegen soziale Übel in der Gesellschaft wie die Unberührbarkeit

Mahatma Gandhi beschäftigte sich mit zahlreichen sozialen Fragen in Indien neben dem Kampf gegen Großbritannien. Er wollte das Leben von Menschen aus niedrigen Kasten und von Unberührbaren verbessern. Die Unberührbarkeit wurde im Zuge seiner Bemühungen sogar abgeschafft. In seinem Einsatz gegen die Kinderheirat, die Unterdrückung der Witwen und die Gesichtsbedeckung von Frauen, stand er für die Emanzipation der Frau ein. Für seine Kampagnen warb er viele Frauen an, wodurch die Teilnahme von Frauen am öffentlichen Leben stieg.

9. Anfang der 1920er Jahre führte er die populäre Bewegung der Nicht-Kooperation an.

Am 13. April 1919 blockierten britische Soldaten den einzigen Ausgang zu Jallianwala Bagh und schossen dann auf friedliche Demonstranten, wodurch ungefähr 1000 Menschen starben. Gandhi initiierte daraufhin die Bewegung der Nicht-Kooperation, bei der britische Produkte, Bildungseinrichtungen und Gerichte boykottiert sowie britische Ehrungen und Titel aufgegeben werden sollten. Diese Bewegung erfreute sich großer Beliebtheit und war von Erfolg gekrönt. Als allerdings im Februar 1922 eine Gruppe wütender Inder nach der Ermordung von drei Demonstranten eine Polizeistation angriff und dabei 22 Polizisten tötete, beendete Gandhi die Bewegung, da er eine Ausbreitung der Gewalt befürchtete.

10. Gandhi war der Zweitplatzierte nach Einstein in TIME’s Person of the Century

Mahatma Gandhi gilt als eine der größten Führungspersönlichkeiten aller Zeiten. Sein Prinzip des gewaltfreien Protests war wegweisend für zahlreiche Bewegungen. Er war unter anderem Inspiration für Martin Luther King und Nelson Mandela. 1930 erklärte die Zeitschrift “TIME” ihn zum Mann des Jahres. Die “TIME” listete ihn zudem auf Platz zwei der Personen des Jahrhunderts hinter Albert Einstein. Gandhi wurde zwischen 1937 und 1948 fünf Mal für den Friedensnobelpreis nominiert, er wurde ihm aber nie verliehen, worüber das Komitee später sein Bedauern bekundete.

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