20 spannende Fakten über den Ganges

Der Ganges ist ein ganz besonderer Fluss. Er symbolisiert die indische Kultur und Bevölkerung. Mit ihm werden wunderschöne und qualvolle Erinnerungen verbunden. Er ist eine heilige Quelle des Glaubens und der Hingabe. Zeuge von Siegen und Niederlagen in Kriegen. Seit Jahrzehnten wächst und gedeiht im Ganges die indische Seele! Der Fluss schenkt Millionen von Indern das Leben. Viele Gläubige wollen dort ihren letzten Atemzug nehmen, um am Ende alle Sünden abwaschen zu können. Die Bedeutung des immer fließenden und sich ständig ändernden Flusses ist kaum in Worte zu fassen. Der Ganges lebt in den Herzen der Inder und es ist an der Zeit mehr über diesen Fluss zu erfahren.

Lies nun 20 spannende Fakten über den Ganges.

1. Viele Vogelarten, die es nur in Indien gibt, sind am und um den Ganges zu finden.

2. D. S. Bhargava, Umweltingenieur an der Universität Roorkee, stellte fest, dass der Ganges organischen Müll 15 bis 25 Mal so schnell zersetzt wie andere Flüsse auf der Welt.

3. Die indischen Flüsse Ganges und Brahmaputra beheimaten den Gangeshai. Dieser wird oft mit dem Bullenhai verwechselt wird, welcher in den Ganges kommt um dann zur Fortpflanzung ins Salzwasser zurückzukehren. Der Gangeshai, der zu den Requiemhaien gehört, verlässt den Ganges nicht und vermehrt sich auch dort.

4. D. S. Bhargava forschte drei Jahre über den Ganges. Er fand dabei unter anderem heraus, dass der Ganges seinen biochemischen Sauerstoffbedarf deutlich schneller verringern kann als jeder andere Fluss der Erde. Organischer Müll reduziert das Niveau des gelösten Sauerstoffs im Flusswasser, wenn es zu faulen beginnt. Das trifft auf alle Flüsse zu. Doch im Ganges ist eine unbekannte Substanz, die Bakterien und organisches Material tötet und damit dazu beiträgt, dass das Niveau des gelösten Sauerstoffs gesteigert wird.

5. Wenn der Sauerstoffgehalt wegen der Zersetzung organischer Abfälle abnimmt, verfault oder stinkt Wasser. Der britische Arzt C. E. Nelson entnahm bei der Rückreise von Indien nach Großbritannien eine Wasserprobe aus dem Hugli, einem der dreckigsten Mündungsarme des Ganges. Die Probe blieb die ganze Reise über sauber und frisch.

6. Im Ganges leben 140 verschiedene Fischarten sowie 90 verschiedene Amphibienarten. Viele der Arten sind jedoch vom Aussterben bedroht.

7. Ernest Hanbury Hankin, ein britischer Bakteriologe führte 1896 Tests mit Wasser aus dem Ganges durch und stellte dabei fest, dass das tödliche Bakterium Vibrio Cholerae, welches Cholera verbreitet, in dem Wasser innerhalb von drei Stunden getötet wird. In destilliertem Wasser überlebte das Bakterium allerdings über 48 Stunden. Daraus folgerte er, dass der Ganges und sein Nebenfluss Yamuna weitgehend dafür verantwortlich waren, die Ausbreitung der Cholera zu verhindern.

8. Das Malaria-Forschungszentrum in Neu-Delhi erkannte, dass Wasser aus den oberen Mündungen des Ganges die Vermehrung von Moskitos verhindert. Dieser Effekt tritt immer noch ein, wenn das Wasser mit dem aus anderen Quellen vermischt wird!

9. Der französisch-kanadische Mikrobiologe Félix d’Herelle stellte 1927 in einer Studie fest, dass Wasser wenige Meter unter schwimmenden Leichen von Menschen die an Cholera oder Dysenterie starben, keine Keime enthielt. Vermutlich sind Bakteriophagen (Bakterien abtötende Viren) im Ganges für die Reinhaltung des Flusswassers verantwortlich.

10. Submarine-Fans sind geologische Strukturen, die im Wasser untergetaucht sind und durch Flusssedimentation entstehen. Auch der Ganges hat diese Struktur, die sich über eine Länge von 3000 Kilometern und eine Breite von 1000 Kilometern erstreckt und damit die größte der Welt ist. Die maximale Dicke beträgt dabei 16,5 Kilometer. Wissenschaftler glauben, dass dies eine Quelle unerschlossener Kohlenwasserstoffvorkommen ist, weshalb es für Indien sehr wichtig ist.

11. Der Ganges ist eine Heimat für den Gangeshai und für Süßwasserdelfine. Beide Arten sind gefährdet, der Gangeshai ist sogar vom Aussterben bedroht.

12. Die Quelle des Ganges ist der Gangotri-Gletscher am Südhang des Himalaya. Von dort aus fließt er durch Indien und Bangladesch und erstreckt sich über 2520 Kilometer.

13. Seit 1990 hat sich der Ganges in Bihar um 2,5 Kilometer verschoben.

14. Die mystischsten Phänomene des Ganges sind eigenartige und unerklärliche Klänge, die vom Fluss im Flussdelta des Ganges und des Brahmanputra zu hören sind. Seltsame Flussgeräusche sind allerdings keine Eigenheit des Ganges, sondern treten weltweit immer wieder in Gewässern auf. Es wurde noch keine schlüssige Erklärung dafür gefunden. Bezeichnet als Seeschießen haben diese Geräusche große Ähnlichkeit mit dem Überschallknall.

15. Über Seeschießen wurde lange vor der Erfindung des Flugzeugs berichtet. Der britische Offizier T. D. LaTouche erwähnte sie zum Beispiel in den 1890er Jahren in seinem Tagebuch. Hier ist ein Abschnitt aus seinem Tagebuch: “… Berichte über Seeschießen, das bei den Erdbeben auftrat, doch auch alleine auftritt und besonders vor dem großen Erdbeben häufig war. Für dieses Rätsel gibt es inzwischen eine Vielzahl plausibler Erklärungen, darunter Erdbeben, Gesteinsbrüche, Schlammvulkane, explosives Entweichen von Gas, sturmgetriebene Wellen, Tsunamis, Meteore, entfernter Donner und so genannter “dröhnender Sand“.

16. Die Gangesebenen sind sehr fruchtbar und bieten über 400 Millionen Menschen eine wichtige Lebensgrundlage. An der restlichen Strecke des Flusses leben weitere 1,2 Milliarden Menschen.

17. Im Zuge der Umweltverschmutzung haben sich in den Zooplanktons des Ganges Tumore gebildet. Die Zooplanktons sind die Nahrung kleiner Fische, welche wiederum von größeren Fischen gefressen werden. Die großen Fische werden wiederum von Menschen gegessen. Somit sind die Tumore in unserer Nahrungskette nicht weiter verbreitet.

18. Der Ganges ist durch natürliche Prozesse (und zusätzlich durch Entwaldung und Umweltverschmutzung) ein Sieb! In Haridwar hat sich der Ganges bereits um 500 Meter verschoben. Diese Entwicklung kann sich verheerend auf die landwirtschaftlichen Siedlungen dieser Regionen auswirken. In den letzten Jahren hat sich die Verschiebung massiv gesteigert.

19. Die hinduistische Göttin Ganga ist eng mit dem Fluss verbunden. Deshalb glauben viele, dass sie denen im Fluss Badenden ihre Sünden vergibt und ihnen hilft, Erlösung zu erlangen. Der Ganges wird seit der vedischen Epoche als heiliger Fluss gesehen. Der erste Veda, der Rig-Veda, beschrieb den Ganges kaum, sondern hielt den Saraswati sowie den Indus für die heiligsten Flüsse. Bei den drei nachfolgenden Veden – Yajur-, Sam- und Atharva-Veda – spielte der Ganges schließlich als ängstlicher Fluss eine größere Rolle.

20. Das Ganges-Delta ist das größte bekannte Flussdelta der Erde und misst eine Fläche von 59.000 Quadratkilometern. Es wird gebildet von den sedimentreichen Strömen des Ganges und des Brahmaputra.

Damit ist die Liste über spannende Fakten über den Ganges abgeschlossen. Wir hoffen, es hat dir gefallen und dein Interesse geweckt!

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